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Wie vereinfacht iQ weight control plus das Spritzgießen?
Mit iQ weight control plus produzieren Sie stabiler, stellen einfacher ein & reduzieren Ausschuss im Spritzguss. Entwicklungsingenieur Matthias Hüttler erklärt, wie mit druckgeregeltem Einspritzen moderne Fertigungsanforderungen erfüllt werden.
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Digitale Lösungen
iQ weight control hat sich seit über 13 Jahren bewährt. Warum jetzt die Erweiterung iQ weight control plus?
Mit iQ weight control regeln wir seit vielen Jahren erfolgreich Schwankungen im Einspritzprozess, etwa durch wechselnde Materialchargen oder Temperaturschwankungen. Das System vergleicht live jede Spritzkurve mit einer Referenz und korrigiert automatisch.
Doch die Anforderungen in der Produktion steigen und die Ansprüche an einzelne Produktionslinien werden zunehmend spezifischer. Beispielsweise sind
komplexere Werkzeuge schwerer abzumustern oder
Prozesse mit hohen Rezyklatanteil schwerer zu kontrollieren.
Bei letzterem verändert sich das Materialverhalten im laufenden Betrieb stärker, etwa durch schwankende Kunststoff-Viskosität. Häufig können Betriebe ihr volles Potential wegen fehlendem Know-how nicht ausschöpfen. Genau hier setzt iQ weight control plus an.
Was bedeutet das konkret? Wie erleichtert iQ weight control plus den Arbeitsalltag an der Maschine?
Zunächst machen wir die Prozesseinstellung so einfach wie nie. Statt aufwändiger Optimierung eines Einspritzprofiles mit bis zu 40 Einstellparametern, funktioniert die Prozessfindung mit iQ weight control plus dank druckgeregelter Prozessführung über die Variation von nur 2 Parametern:
Spritzdruck
Umschaltzeit.
Das ideal passende Einspritzprofil ergibt sich daraus automatisch. Das ist intuitiv, nachvollziehbar und schnell zu erlernen. Besonders bei neuen Werkzeugen oder wenig Routine an der Maschine erspart es Zeit und minimiert Fehlerquellen.
Wie wirkt sich das druckgeregelte Einspritzen auf die Prozessstabilität aus – etwa bei Kavitätenausfall?
Genau das ist einer der wichtigsten Vorteile von iQ weight control plus.
Beim klassischen, volumenbasierten Einspritzen mit iQ weight control wird der Prozess auf eine fixe Volumenvorgabe gesteuert. Fällt bei einem Spritzgusswerkzeug mit beispielsweise 48 Kavitäten eine oder mehrere aus, spritzt die Maschine trotzdem das volle Volumen. Das führt zu Überspritzung und Ausschuss.
Mit iQ weight control plus wird druckgeregelt eingespritzt. Die Maschine reagiert automatisch auf frühzeitige Erhöhung des Füllwiderstandes durch Abbremsen der Einspritzgeschwindigkeit.
Das Ergebnis:
Das Bauteilgewicht bleibt konstant,
Ausschuss wird vermieden.
Und das ganz ohne manuelles Eingreifen.
Gerade bei hochkavitätigen Werkzeugen oder beim Umspritzen von Einlegeteilen ist das ein enormer Stabilitätsgewinn.
Beim volumenbasierten Einspritzen kann ein Kavitätenausfall schnell zu Überspritzung und Ausschuss führen, weil weiterhin das volle Schussvolumen eingespritzt wird. iQ weight control plus überwacht den Spritzdruckverlauf in Echtzeit, korrigiert automatisch das Einspritzprofil und den Umschaltpunkt bei steigendem Füllwiderstand und hält so Bauteilgewicht und Prozess stabil – ohne manuelles Eingreifen.
Warum wurde nicht schon früher druckgeregelt eingespritzt?
Das wurde früher tatsächlich gemacht, bis die Geschwindigkeitsregelung durch Fortschritte in der Messtechnik an Bedeutung gewann. Sie ermöglichte eine feinere Steuerung, allerdings auf Kosten der Einfachheit. In Zeiten mit ausreichend Fachpersonal war das kein Problem. Doch heute erleben wir den Fachkräftemangel hautnah.
Gleichzeitig haben wir bei ENGEL mit iQ weight control plus heute ein System, das die früheren Schwächen der Druckregelung automatisiert ausgleicht. Konkret ist das etwa die Empfindlichkeit gegenüber Schwankungen in der Kunststoff-Viskosität.
Wichtig dabei ist: Beide Einspritzarten, geschwindigkeits- und druckgeregelt, haben ihre Berechtigung. Welche Art besser geeignet ist, hängt immer vom Bauteil und vom jeweiligen Prozess ab.
Beide Einspritzarten – geschwindigkeits- wie auch druckgeregelt – haben ihre Berechtigung. Welche Methode vorzuziehen ist, richtet sich stets nach dem Bauteil und dem spezifischen Prozess.
Welche konkreten Vorteile bringt das druckgeregelte Spritzgießen für ENGEL Kunden?
Deutlich einfachere Bedienung: Zwei statt über 40 Prozessparameter beim Spritzgießen. Das vereinfacht die Einstellung erheblich. Ideal für neue Werkzeuge, häufig wechselndes Personal oder kurze Anlaufzeiten.
Robust bei Materialschwankungen: Auch bei Chargen- oder Kunststoff-Viskositätsschwankungen regelt das System automatisch nach – wie beim klassischen iQ weight control. Das sorgt für verlässliche Teilequalität bei wechselnden Rahmenbedingungen.
Prozessstabilität, auch bei Kavitätenausfall: Die druckgeregelte Steuerung erkennt Füllveränderungen automatisch und passt das Einspritzen dynamisch an. Das Gewicht des Spritzgussbauteils bleibt konstant und Ausschuss durch Überspritzung wird vermieden. Das ist besonders wertvoll bei hochkavitätigen Werkzeugen oder empfindlichen Anwendungen.
Produktivität sichern trotz Fachkräftemangel: Mit der einfachen Logik aus Druck und Zeit lässt sich der Spritzgießprozess auch ohne tiefes Expertenwissen sicher steuern. So bleibt das Know-how im Prozess und nicht nur im Kopf erfahrener Mitarbeitender.
Ist das druckgeregelte Einspritzen also eine neue Einspritzphilosophie?
Es ist eine Erweiterung der Möglichkeiten. Mit iQ weight control plus können unsere Kunden frei entscheiden:
klassisch geschwindigkeitsgeregelt oder
neu druckgeregelt.
Je nach Anwendung, Formteil, Material oder Personalstruktur wählt man die optimale Methode. Es geht nicht um „entweder-oder“, sondern um mehr Flexibilität und weniger Komplexität.
Warum überzeugt druckgeregeltes Spritzgießen mit iQ weight control plus?
Reagiert automatisch auf Veränderungen im Werkzeug oder Material, z. B. Kavitätenausfall oder schwankende Kunststoff-Viskosität
Passt das Einspritzprofil inklusive Geschwindigkeit dynamisch an den tatsächlichen Füllwiderstand an – das sorgt für konstantes Teilegewicht
Reduziert Überspritzung und Ausschuss im Spritzguss spürbar, besonders bei komplexen oder hochkavitätigen Werkzeugen
Minimiert den Einstellaufwand: Nur zwei zentrale Prozessparameter
Ermöglicht stabile Ergebnisse auch ohne tiefes Expertenwissen – ideal bei wechselndem Personal oder neuen Spritzgusswerkzeugen
FAQ
iQ weight control plus ist eine Erweiterung des bewährten ENGEL Assistenzsystems iQ weight control. Es ermöglicht eine druckgeregelte Einspritzung mit minimalem Einstellaufwand.
Beim druckgeregelten Einspritzen müssen nur noch zwei Prozessparameter eingestellt werden: Spritzdruck und Umschaltzeit. Durch die Druckregelung ergibt sich automatisch ein geeignetes Einspritzprofil. Die manuelle Optimierung des Einspritzprofiles mit bis zu 40 Einstellwerten entfällt vollständig.
Zudem ist bei druckgeregeltem Einspritzen die Auswirkung eines nicht optimal eingestellten Umschaltwertes weniger kritisch, weil die Schnecke bei steigendem Füllwiderstand automatisch abbremst.
Formfüllung früher erreicht. Durch die Druckregelung ergibt sich eine entsprechend frühere Reduktion der Einspritzgeschwindigkeit. Das Gewicht des Spritzgussbauteils bleibt stabil und Ausschuss durch Überspritzen wird vermieden.
Ja. iQ weight control plus bietet beide Optionen, ganz nach Prozessnotwendigkeit.
Absolut. Die einfache Logik ist intuitiv nachvollziehbar und erleichtert das Anlernen neuer Kollegen.
iQ weight control plus reduziert die Komplexität der Prozesseinstellung deutlich: Statt bis zu 40 Parametern müssen nur noch Spritzdruck und Umschaltzeit festgelegt werden. Das System erstellt das optimale Einspritzprofil automatisch, wodurch auch weniger erfahrene Mitarbeitende sicher arbeiten und schneller angelernt werden können.
Die Software reagiert eigenständig auf Materialschwankungen und hält die Teilequalität stabil – ohne laufende Experteneingriffe. So bleibt die Produktivität auch bei knappem Fachpersonal gesichert.
Weitere Wege, dem Fachkräftemangel mit digitalen Lösungen zu begegnen, lesen Sie in unserem Blogbeitrag Digitalisierung als Schlüssel zu Fachkräftemangel und Energieeffizienz.
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