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Produktion optimieren

6 % höhere OEE: Wavin stabilisiert Rezyklatverarbeitung über das Einspritzvolumen

Wie lässt sich das Einspritzvolumen bei variierenden Rezyklatchargen zuverlässig steuern? Wavin zeigt, wie digitale Prozessregelung mit iQ weight control Materialschwankungen ausgleicht, Ausschuss reduziert und die OEE messbar um 6 % verbessert.

8. April 2026
Bild zeigt Anwendung des Produkts Q-Bic+ in der Praxis
Autor
Eva Wörnhörer
Eva Wörnhörer
Marketing
Tag
  • Digitale Lösungen
  • Recycling

Ausgangslage: Nachhaltige Entwässerungssysteme mit hohen Produktionsanforderungen

Extreme Wetterereignisse bringen urbane Entwässerungssysteme zunehmend an ihre Grenzen. Als weltweit führender Hersteller von Lösungen für Wasser- und Klimamanagement begegnet Wavin dem mit modularen Regenwasserspeichern wie AquaCell und Q-Bic+, die Wasser aufnehmen, zwischenspeichern und kontrolliert ableiten.

Diese Bauteile müssen hohe mechanische Lasten tragen, etwa in begeh- oder befahrbaren Zonen. Sie werden deshalb aus Hochleistungscompounds gefertigt.

Der Nachhaltigkeitsansatz ist bei den Produkten konsequent:

  • AquaCell wird ausschließlich aus recyceltem Polypropylen hergestellt

  • Q-Bic+ gibt es ebenfalls mit sehr hohem Rezyklatanteil

Bei der Verarbeitung von Kunststoffrezyklaten ist insbesondere das Einspritzvolumen ein entscheidender Prozessparameter. Es beeinflusst die Bauteilqualität, Maßhaltigkeit und Prozessstabilität. Wavin sah sich mit diesen prozesstechnischen Anforderungen konfrontiert.

Produkte AquaCell (links) und Q-Bic+ (rechts)

Produkte AquaCell (links) und Q-Bic+ (rechts)

Welche Herausforderungen bringt die Verarbeitung von Kunststoffrezyklat mit sich?

Recycelte Materialien sind ein zentraler Baustein für nachhaltige, ökologische Kunststoffprodukte. Jedoch stellen sie die Verarbeitung im Spritzguss vor besondere Herausforderungen.

Rezyklat ist nicht gleich Rezyklat: Je nach Herkunft, Aufbereitung und Charge variieren Materialeigenschaften wie Kunststoff-Viskosität, Fließverhalten oder Feuchtegehalt teils deutlich.

Da Wavin in der Produktion teilweise mit bis zu 100 % Kunststoffrezyklat arbeitet, sind schwankende Viskositäten unvermeidbar.

Solche materialbedingten Schwankungen wirken sich unmittelbar auf den Spritzgießprozess aus:

  • Schwankende Bauteilgewichte

  • Instabile Prozessfenster

  • Erhöhter Ausschuss

  • Mehraufwand durch manuelle Korrekturen

Vor diesem Hintergrund ist es entscheidend, materialbedingte Schwankungen im Spritzgießprozess gezielt auszugleichen. Das Einspritzvolumen wird dabei zum zentralen Stellhebel, um unterschiedliche Rezyklatchargen zuverlässig zu verarbeiten.

AquaCell wird ausschließlich aus recyceltem Polypropylen hergestellt

AquaCell wird ausschließlich aus recyceltem Polypropylen hergestellt

Einspritzvolumen als Schlüssel: Wie lässt sich die Herausforderung variierender Rezyklateigenschaften bewältigen?

Mit der automatischen Kompensation von Rezyklat-bedingten Abweichungen des Einspritzvolumens in Echtzeit lässt sich trotz variierender Rezyklateigenschaften eine gleichbleibend hohe Qualität erreichen. Dadurch wird der erhöhte Aufwand durch manuelle Nachjustierungen reduziert, Ausschuss minimiert und die OEE verbessert.

iQ weight control ist ein digitales Assistenzsystem von ENGEL, das das Einspritzvolumen Schuss für Schuss automatisch nachregelt. Grundlage ist die kontinuierliche Auswertung relevanter Prozessdaten, einschließlich Kunststoff-Viskosität, Füllgeschwindigkeit und Druckverlauf. Das System erkennt Abweichungen frühzeitig und passt das Einspritzvolumen direkt im nächsten Zyklus an.

Wavin profitiert dadurch von:

  • konstanten Teilegewichten

  • stabiler Qualität trotz Rohmaterialschwankungen

  • geringerem Eingriff durch den Maschinenbediener

  • robustem Prozess auch bei Rezyklat-Chargenwechseln

Dank der digitalen Prozesskontrolle lassen sich so Viskositätsschwankungen von Kunststoffrezyklaten effektiv ausgleichen, was eine zuverlässige und reproduzierbare Produktion von hochbelastbaren, nachhaltigen Entwässerungsbauteilen sicherstellt.

"iQ weight control hilft enorm, Materialunterschiede auszugleichen und den Prozess stabil zu halten." (Eddy Gerritsen, Manager Spritzgießen bei Wavin)

Maschinentechnik als weiterer Stabilitätsfaktor bei der Verarbeitung anspruchsvoller Materialien

Um anspruchsvolle, technische Kunststoffbauteile für die Wassertechnik effizient und zuverlässig herzustellen, setzt Wavin am Standort Hardenberg seit über 30 Jahren auf ENGEL Maschinentechnologie.

Für die Fertigung kleiner und mittlerer Teile setzt Wavin auf ENGEL victory Maschinen mit holmloser Bauweise, die besonders durch ihre Flexibilität und Effizienz überzeugen:

  • hohe Werkzeugzugänglichkeit

  • schnellere Werkzeugwechsel

  • erleichterte Automatisierung

Für großvolumige Bauteile wie AquaCell wird auf ENGEL duo Zweiplattenmaschinen gesetzt:

  • Die duo 2700 mit 27.000 kN Schließkraft sorgt für die nötige Präzision bei 15-kg-Bauteilen.

  • Dank der stabilen Maschinenleistung seit Inbetriebnahme bleibt der Produktionsprozess auch bei großen, empfindlichen Teilen zuverlässig.

  • Die Anlagenverfügbarkeit ist bei großen Bauteilen ein entscheidender Faktor, da Ausfallzeiten hier besonders teuer sind.

Die Kombination aus leistungsfähigen Spritzgießmaschinen mit großem Werkzeugraum und digitalen Assistenzsystemen wie iQ weight control sorgt für stabile Prozesse, schnelle Zykluszeiten und reproduzierbare Ergebnisse – unabhängig vom Material.

Welche positiven Effekte hat ein optimiertes Einspritzvolumen auf Rezyklatverarbeitung, Ausschuss und OEE?

Wavin hat die Wirkung der umgesetzten Lösung messbar gemacht: Die OEE konnte um 6 % gesteigert werden.

Ausschlaggebend dafür ist die gezielte Stabilisierung des Spritzgießprozesses über ein präzise geregeltes Einspritzvolumen je Zyklus. Dieser wird auch bei variierenden Rezyklateigenschaften konstant gehalten wird.

Der Hebel dahinter wirkt auf mehreren Ebenen:

  • Reduzierter Ausschuss, da konstante Schüsse und gleichmäßige Bauteilgewichte reproduzierbar erreicht werden

  • Höhere Maschinenverfügbarkeit und Leistung, weil weniger Störungen, weniger Nacharbeit und deutlich weniger Stillstände auftreten

  • Rezyklat ist kein Risikofaktor mehr, sondern ein voll beherrschbares Standardmaterial

Für Wavin zahlt die Lösung gleich auf mehrere Ziele ein:

  • Nachhaltigkeit durch Einsatz von Kunststoffrezyklat

  • Prozessstabilität trotz Schwankungen

  • Wirtschaftlichkeit über OEE-Verbesserung

  • Planungssicherheit bei großformatigen Teilen

Kurz gesagt: iQ weight control wirkt sich, dank automatisch geregeltem Einspritzvolumen, nicht nur positiv auf die Bauteilqualität aus, sondern hilft gezielt dabei, die OEE zu verbessern und damit die Fertigungseffizienz nachhaltig zu steigern.

Fazit: Wie Wavin Rezyklatschwankungen dank kontrolliertem Einspritzvolumen meistert

Um Rezyklatschwankungen im Spritzgießprozess zuverlässig auszugleichen, kombiniert Wavin zwei Kernlösungen:

  • iQ weight control: Software für die automatische Regelung des Einspritzvolumens und die Kompensation von Materialschwankungen

  • Holmlosmaschine victory und Zweiplattenmaschine duo: leistungsfähige ENGEL Spritzgießmaschinen mit großem Werkzeugraum

Die wichtigsten Ergebnisse im Überblick:

  • Stabile Verarbeitung unterschiedlicher Rezyklatchargen durch präzise geregeltes Einspritzvolumen

  • Reproduzierbare Bauteilgewichte und gleichbleibend hohe Qualität

  • Deutlich reduzierter Ausschuss und weniger manuelle Nacharbeit

  • Höhere Maschinenverfügbarkeit und verbesserte Prozesssicherheit

  • Messbare Verbesserung der OEE um 6 %

  • Nachhaltige Produktion, ohne Abstriche bei Wirtschaftlichkeit und Planungssicherheit

Das Praxisbeispiel von Wavin zeigt eindrucksvoll, wie nachhaltige Produktion und hohe Fertigungseffizienz zusammengehen.

Ein weiteres Praxisbeispiel bei JOPA zeigt, wie iQ weight control die Rezyklatverarbeitung in der Eimerproduktion stabilisiert. Lesen Sie mehr dazu in der April-Ausgabe der Injection.

Sie haben ähnliche Herausforderungen wie Schwankungen im Produktionsprozess?

Unsere Experten informieren Sie gerne, wie geregeltes Einspritzvolumen Prozesse stabilisiert und die OEE verbessert.

FAQ

Die Software iQ weight control regelt das Einspritzvolumen automatisch nach und kompensiert Materialschwankungen. Dadurch sinken Ausschuss und ungeplante Stopps. Das erhöht Verfügbarkeit, Leistung und Qualität – also alle OEE-Bestandteile.

Kunststoffrezyklate variieren in ihren Materialeigenschaften stärker als Neuware. Diese Variationen führen ohne Gegenregelung zu Gewichtsschwankungen und Ausschuss. iQ weight control stabilisiert den Prozess in Echtzeit.

Das Einspritzvolumen bezeichnet die Menge an Kunststoff, die bei jedem Zyklus in die Spritzgießform eingespritzt wird. In der Verarbeitung von Kunststoffrezyklaten ist es besonders wichtig, weil Schwankungen in Materialeigenschaften wie Viskosität, Fließverhalten oder Feuchte die Bauteilqualität, das Gewicht und die Prozessstabilität direkt beeinflussen. Durch eine automatische und präzise Regelung des Einspritzvolumens lassen sich diese Schwankungen ausgleichen.

Nein. Qualität ist der sichtbare Effekt, aber die wirtschaftliche Wirkung entsteht zusätzlich durch weniger Bedienereingriffe und geringere Stillstandszeiten. Das resultiert in eine höhere OEE.

iQ weight control ist gerade bei großen Teilen relevant. Bei großformatigen Spritzgussbauteilen wie AquaCell verursachen Abweichungen besonders hohe Kosten. Eine stabile automatische Regelung des Einspritzvolumens bringt hier maximalen Nutzen.

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