Schwertberg/Österreich – Oktober 2007. Verbesserte mechanische Eigenschaften des Endprodukts sowie eine beträchtliche Materialkosten- und Energieersparnis. Das und noch mehr sind die Vorzüge vom Spritzgießcompoundieren. ENGEL hat nun in Kooperation mit dem Nürnberger Extrusionsspezialisten Leistritz einen 2-Farben-Spritzgießcompounder entwickelt.
Die ENGEL duo-Maschine mit integriertem ZSE MAXX Extruder ermöglicht, das compoundierte Material kontinuierlich und direkt in den Spritzgießprozess einzufahren. Der ENGEL-Vorteil: Die Spritzgießmaschine kann bei Bedarf auch unabhängig vom Extruder für Standardspritzgießprozesse eingesetzt werden.
Beim Compoundieren werden unterschiedliche thermoplastische Kunststoffe und andere Stoffe durch Zusätze mittels gleichläufigen Doppelschneckenextruders aufbereitet. Je nach Zusatz erhält das Material spezifische Charakteristika, die letztendlich die Eigenschaften des Endprodukts ausmachen. Beim Spritzgießcompoundieren ist dieser Prozess direkt in den Spritzgießvorgang integriert. Der Extruder fördert dabei das plastifizierte Material über beheizte Schmelzeleitungen in den Massezylinder. Während dem Einspritzen und beim Nachdruck wird die Masse in einem Schmelzepot zwischengespeichert. Durch dieses In-Line-Compounding wird dem Produkt eine zweite energetische Belastung erspart, was einerseits einen ökonomischen Vorteil – bis zu 50 % Energieersparnis – bringt, andererseits auch häufig zu verbesserten mechanischen Eigenschaften des Endproduktes führt. So bleibt zum Beispiel die Länge von Glasfasern weitgehend erhalten. Die Einsatzgebiete finden sich demnach hauptsächlich in der Automobilindustrie, aber auch den Bereichen Verpackung (Paletten, Boxen) oder bei der Verarbeitung von Naturfasern.
ENGEL kooperiert mit Leistritz
Gemeinsam mit der Leistritz Extrusionstechnik GmbH aus Nürnberg hat ENGEL nun einen 2-Farben-Spritzgießcompounder entwickelt. Integriert in eine 1000 t duo-Anlage bietet der ENGEL Spritzgießcompounder eine Reihe an Vorteilen. So kann beispielsweise aufgrund des Einsatzes einer „Universal-Anlage“ die Maschine auch als Standardspritzgieß-maschine eingesetzt werden. Auch Mehrkomponentenanwendungen sind aufgrund der Bauweise, und der hohen Flexibilität der ZSE MAXX Extruderserie aus dem Hause Leistritz, mit Hilfe eines Huckepackaggregats sehr einfach darstellbar. Der Ablauf mit Standardplastifizierung, Schmelzepuffer (mit ENGEL Nachdrucktechnik) und Zwei-Schneckenextruder ermöglicht einen kontinuierlichen Prozess des Compounders und ist damit auch für schwierige Compoundieraufgaben geeignet. Ein weiterer Vorteil: Die minimierte Bauhöhe und die einfache (entkoppelte) Anordnung mit optimaler Automatisierungsmöglichkeit. Dadurch wird die Maschine für etwaige Wartungsarbeiten leichter zugänglich und durch den getrennten Nebeneinander-Aufbau sind Schwingungseinflüsse auf die Dosierung eliminiert.
Gerade in der heutigen Zeit, wo die steigenden Rohstoffpreise die Hersteller immer wieder zwingen, über Alternativen nachzudenken ist der Spritzgießcompounder die optimale Lösung. Denn: Einen wesentlichen Vorteil stellt die doppelte Wertschöpfung durch (Kunststoff)Formgebung UND Materialaufbereitung dar. Darüber hinaus kann sich der Anwender mit einer in den Spritzgießprozess integrierten Compoundierung ein eigenes Rezepturen-Knowhow aufbauen und auch Kleinserien mit Sondercompounds kostengünstig herstellen.