Dolphin ist ein Verfahren zur Herstellung von Kfz-Innenraumteilen mit hochwertiger Softtouch-Oberfläche. Bei diesem Verfahren geht es darum, einen bislang mehrstufigen Prozess zu einem einstufigen Prozess aus Spritzgießen und Schäumen zu kombinieren.
Das Dolphin-Verfahren ist eine interessante alternative Fertigungsmethode für viele der heute als Sandwichbauteile aufgebauten oder aus Polyurethan (PUR) geschäumten Komponenten für den Fahrzeuginnenraum. Dabei konzentrieren sich die meisten Kundenprojekte bei ENGEL auf Instrumententafeln, Konsolenteile, Klappen und Türverkleidungen.
Mit dem Dolphin-Verfahren adressieren ENGEL und seine Systempartner neben der Automobilindustrie auch Hersteller von Sitzmöbeln, für die eine Integration von Spritzgießen und Schäumen in einem Produktionszyklus ebenso zahlreiche Anwendungsmöglichkeiten eröffnet.
2K-Armaturentafeln (Musterteile) mit Softtouch-Oberfläche, hergestellt mit dem neuentwickelten Dolphin-Verfahren in einem Arbeitsgang.
Der Prozessablauf gleicht vom Grundprinzip dem Spritzgießen von 2K-Formteilen: Im ersten Schritt entsteht durch klassisches Spritzgießen der Grundträger. Dieser Grundträger wird dann in derselben Spritzgieß-maschine im zweiten Schritt mit einem Spezialpolyester im MuCell-Verfahren umschäumt. Durch ihre enge chemische Verwandtschaft wird eine gute Haftung der beiden Materialien miteinander erzielt. Für das Applizieren der Softtouch-Außenschicht kommt die so genannte CoinMelt-Technologie von Engel zum Einsatz: ein entsprechend der Anwendung geregelter Spritzprägevorgang, kombiniert mit einer exakten Plattenparallelitätsregelung.
Das Dolphin-Verfahren bietet gegenüber konventionellen Fertigungsverfahren für mehrschichtige Schaumteile eine Reihe von Vorteilen. Es ist schneller und ökonomischer, reduziert die Komplexität, bringt als einstufiges Verfahren deutliche Vorteile beim Raumbedarf und verringert den Logistikaufwand. So lässt sich mit dem Dolphin-Verfahren z.B. eine Instrumententafel sehr leicht und effizient in einem Arbeitsgang herstellen. Bislang erfolgen die Herstellung von Grundkörper und Außenhaut-Folie sowie das anschließende Kaschieren in drei Verfahrensschritten in drei verschiedenen Anlagen – bei nicht unerheblicher Ausschussquote.
>> Detaillierte Informationen zum Dolphin-Verfahren finden Sie hier (pdf)
Schnitt durch den mit dem Dolphin-Verfahren hergestellten PBT/TPE-Verbund: Die mikroskopische Vergrößerung zeigt deutlich Aufbau und Morphologie der unterschiedlichen Schichten.